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Wanderbücher

So entstand mein Buch „Winterwandern Bayerische Alpen“

Der Artikel „So entstand mein Buch Winterwandern Bayerische Alpen“ enthält unbezahlte Werbung.

Jetzt, wo ich mein Buch endlich in den Händen halte, fühlt es sich ehrlich gesagt immer noch ein bisschen unwirklich an. Als die Anfrage kam, ein Wanderbuch zu machen, habe ich sofort Ja gesagt, ohne groß nachzudenken. Jetzt bin ich um sehr viel Erfahrung reicher und weiß vor allem zu schätzen, wie viel Arbeit die Autor*innen investieren. Mit einfach loswandern und Bilder machen ist es nicht getan. Die Recherche ist aufwendig, GPX-Tracks zu erstellen, damit Kartografen daraus Höhenprofile erstellen können, ist auch mehr Arbeit als schnell mal einen Track bei Outdoor Active anzulegen. Bis ein Wanderbuch dann tatsächlich im Handel ankommt, gibt es so viel zu beachten, und von diesem Projekt möchte ich dir erzählen.

Der Anfang: Recherche ab Januar 2024

Los ging es bei mir im Januar 2024. Bevor ich überhaupt die ersten Touren recherchieren konnte, musste gemeinsam mit dem Verlag einiges abgestimmt werden: Wieviel Touren sollen überhaupt ins Buch? Welche Gebiete passen zum Konzept? Außerdem haben wir geschaut, welche Touren oder Regionen in anderen, bereits erschienenen Winterwanderbüchern schon vertreten sind. Das war mir wichtig, damit am Ende eine gute Auswahl an Touren entsteht und Touren nicht doppelt und dreifach veröffentlicht werden. Bis ich das Okay vom Verlag hatte, welche Touren ich tatsächlich recherchieren soll, hat es also erst einmal eine ganze Weile gedauert.

Richtig intensiv wurde die Arbeit dann von Dezember 2024 bis in den April 2025. In dieser Zeit drehte sich bei mir sehr viel um Schnee, Wetterberichte, Karten, Zustiegsvarianten und die Frage: Welche Wege eignen sich wirklich für mein Winterwanderbuch? Im Winter muss viel mehr zusammenpassen: die Wegbeschaffenheit, die Schneelage, die Bedingungen vor Ort, die Erreichbarkeit und natürlich auch die Frage, ob eine Route unter winterlichen Verhältnissen wirklich sinnvoll, sicher und schön ist.

35 Touren gelaufen – und manche gleich mehrfach

Insgesamt bin ich etwa 35 Touren abgelaufen. Teilweise auch mehrere an einem Tag, wie z. B. Tour 48 und 49. Und nicht jede Route ließ sich so umsetzen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich plane, habe eine klare Vorstellung im Kopf, fahre los und merke dann vor Ort: Es sieht alles ganz anders aus. Manche Wege musste ich dann mehrfach gehen, weil das Wetter zu schlecht war, die Sicht gefehlt hat oder schlicht kein Schnee lag.

Im Buch sind insgesamt 50 Touren enthalten, ich selbst habe 25 davon geliefert. Alle 50 Touren alleine zu recherchieren und abzulaufen, wäre in der verfügbaren Zeit einfach entschieden zu viel gewesen – vor allem bei einem Winter, der nicht immer ideale Bedingungen geboten hat. Deshalb hatte ich mit Margit Hiller eine erfahrene Co-Autorin an meiner Seite, mit der ich das Buch gemeinsam geschrieben habe.

Sehr viel Arbeit – aber auch ein absolutes Traumprojekt

Ja, es war wirklich sehr viel Arbeit, mehr als man von außen vermuten würde, und vor allem mehr als ich gedacht hätte. Aber gleichzeitig war es auch eines dieser Projekte, bei denen ich zwischendurch immer wieder dachte: Wie toll ist das eigentlich bitte? Denn ganz ehrlich: Wann wird man schon dafür bezahlt, in die Berge zu fahren, Wintertouren zu recherchieren, Wege zu testen, zu fotografieren und daraus am Ende ein Buch zu machen?

Genau dieser Gedanke hat mich durch viele frühe Starts, lange Fahrtage, spontane Umplanungen und technische Fummelei getragen. Es war anstrengend, definitiv. Aber es hat eben auch unglaublich viel Spaß gemacht. Für mich ist dieses Buch ein echtes Herzensprojekt – und genau so fühlt es sich jetzt auch an, es endlich fertig in den Händen zu halten. Ich bin wirklich sehr stolz darauf.

Eine der größten Herausforderungen: die GPS-Tracks

Was ich vorher völlig unterschätzt habe: wie aufwendig die Arbeit mit den GPS-Daten sein kann. Für das Buch mussten die Tracks natürlich sauber aufbereitet werden. Und dafür habe ich mit einem Programm gearbeitet, das ich vorher noch gar nicht kannte: Garmin BaseCamp. Das war am Anfang definitiv eine Herausforderung.

Mein Workflow sah ungefähr so aus: Ich habe die Routen zunächst über Outdoor Active geplant, bin sie abgelaufen und habe parallel meine Garmin-Uhr mitlaufen lassen. So hatte ich am Ende zwei GPX-Grundlagen, die ich anschließend in Garmin BaseCamp zusammenführen konnte. Das klingt jetzt schön unkompliziert. In der Realität war es eher ein Prozess aus Vergleichen, Korrigieren, Glätten, Neuansetzen und sich in eine Software Hineinfuchsen, mit der man vorher noch nie gearbeitet hatte. Dass ich mit einem MacBook arbeite, hat es nicht einfacher gemacht.

Aus diesem gesäuberten Track wurden dann die Höhenprofile erstellt, die im Buch zu sehen sind. Die GPS-Tracks können die Leser*innen natürlich auch herunterladen und nutzen.

Alle Fotos im Buch sind selbst fotografiert

Ein Punkt, den ich an der Arbeit mit dem Verlag besonders schön finde: Die Autorinnen und Autoren fotografieren ihre Bilder selbst. Genau das macht diese Wander- und Tourenbücher so authentisch. Denn dadurch sieht man nicht irgendeine perfekte Hochglanzaufnahme, sondern echte Eindrücke von echten Tagen draußen in der Natur. Bilder, die entstehen, weil man wirklich dort war. Weil man gefroren hat, geschwitzt hat, auf das richtige Licht gewartet hat oder unterwegs plötzlich über etwas gestolpert ist, das man niemals hätte planen können.

Zum Beispiel habe ich auf einer Tour ein ungefähr 30 Zentimeter großes gelbes Gummibärchen entdeckt, das an einem Baum befestigt war. So etwas denkt sich doch niemand aus. Genau diese kleinen, schrägen, lustigen Funde machen das Unterwegssein aus. Und genau deshalb entstehen die besten Bilder eben draußen vor Ort – und nicht am Schreibtisch.

Bevor die Routen beginnen: Wissen für sichere Wintertouren

Gerade im Winter reicht es nicht, sich einfach eine schöne Tour auszusuchen und loszulaufen. Du solltest wissen, wie man sich gut vorbereitet und welche Kleidung und Ausrüstung sinnvoll ist. Es geht um naturverträgliches Verhalten, um Wildschutz- und Waldschongebiete, aber auch um Themen wie Lawinenkunde und Wetter. Genau deshalb sind diese Kapitel für mich ein ganz wichtiger Teil des Buches. Sie sollen nicht abschrecken, sondern dabei helfen, gut informiert und mit einem sicheren Gefühl in eine Wintertour zu starten.

Winterwandern Bayerische Alpen ist erschienen.

Dass dieses Buch jetzt wirklich erschienen ist, macht mich sehr stolz. Ich bin wirklich glücklich, dass ich es umsetzen durfte, und dem Rother Bergverlag, der mir den Vertrauensvorschuss als unerfahrener Autorin gegeben hat, sehr dankbar.

Falls du im Winter gern in den Bergen unterwegs bist, Touren nicht nur schön, sondern auch gut aufbereitet magst und zufällig noch ein handliches Buch für den Rucksack suchst: Ich hätte da eine ganz objektive, vollkommen uneigennützige Empfehlung: Nämlich dieses hier.

  • Winterwandern Bayerische Alpen
    Untertitel: 50 Touren vom Allgäu bis zum Chiemgau und im angrenzenden Tirol
  • Autorinnen: Margit Hiller und Julia Topp
  • Umfang: 176 Seiten
  • Ausstattung: 50 Wanderkärtchen im Maßstab 1:50 000, 50 Höhenprofile, zwei Übersichtskarten und GPS-Tracks zum Download
  • Format: 8,5 × 16,5 cm
  • Auflage: 1. Auflage 2026
  • Bilder: 122
  • Verlag/Reihe: Bergverlag Rother
  • ISBN: 978-3-7633-3457-5
  • Preis: 17,90 €

Hier kannst du Winterwandern Bayerische Alpen kaufen.

Weitere Buchemfehlungen:

Auch wenn Winterwandern Bayerische Alpen mein erster klassischer Tourenführer ist, durfte ich bereits an zwei weiteren Buchprojekten mitwirken:

Da ich äußerst umtriebig bin und mir das Schreiben sehr viel Spaß macht, pitche ich aktuell um Buch Nummer 4. Sei gespannt.

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