Der Beitrag „Vegane Udon Suppe mit Ssamjang Tofu | schnell & würzig“ enthält unbezahlte Werbung.
Manchmal entstehen die besten Rezepte, weil ich eigentlich etwas ganz anderes kochen wollte. Diese vegane Udon Suppe ist ein bisschen die leichtere, suppigere Schwester meiner cremigen veganen Mapo Tofu Udon: wieder dicke Udon-Nudeln, wieder würziger Tofu-Crumble und jede Menge Umami – aber dieses Mal ohne Seidentofu und ohne cremige Sauce.
Stattdessen garen die Udon direkt in einer einfachen Misobrühe. Dazu kommt Tofu, den ich erst schön goldbraun und leicht knusprig brate und anschließend mit Ssamjang, Sojasauce, Ahornsirup und Knoblauch würze. Die leicht süßliche, salzig-scharfe Mischung passt richtig gut zur milden Misobrühe.
Und weil mir bei so einer Bowl unterschiedliche Texturen fast genauso wichtig sind wie der Geschmack, kommen zum Schluss noch frische, knackige Sojasprossen, Sesam und ein bisschen Crispy-Chili-Oil dazu. Weiche Udon, heiße Brühe, würziger Tofu und der Crunch der Sprossen – ziemlich simpel, aber verdammt gut.
Zutaten: Miso Udon Suppe mit Ssamjang Tofu Crumble
Für zwei Portionen:
- 2 Päckchen vorgekochte Udon-Nudeln à ca. 200g
- 200–250 g fester Naturtofu
- ca. 600 ml Wasser
- 2 EL helle Misopaste
- ca. 100–150 g frische Sojasprossen
- 1 TL Sesam zum Servieren
- Crispy Chili Oil nach Geschmack
- etwas neutrales Öl zum Braten
Für den Ssamjang-Tofu:
- 1,5 EL Ssamjang
- 2 EL Sojasauce
- 1 EL Ahornsirup
- 2 Knoblauchzehen, fein gehackt oder gepresst
- 2 EL Wasser
Vegane Udon Suppe mit Ssamjang Tofu: So geht’s
- Den Tofu mit den Händen grob zerkrümeln. Ich würde ihn nicht zu fein machen: Unterschiedlich große Stückchen werden beim Braten schöner knusprig und geben später mehr Struktur.
- Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und den Tofu bei mittlerer bis höherer Hitze einige Minuten goldbraun anbraten. Nicht permanent rühren – ruhig immer wieder kurz liegen lassen, damit er Farbe bekommt.


- Inzwischen Ssamjang, Sojasauce, Ahornsirup, Knoblauch und Wasser miteinander verrühren.
- Wenn der Tofu schön gebräunt ist, die Würzmischung dazugeben und alles noch ein bis zwei Minuten weiterbraten, bis die Flüssigkeit weitgehend verkocht ist und sich die Sauce um den Tofu gelegt hat. Genau dieser Punkt macht aus einfachem Tofu diesen wunderbar würzigen, leicht klebrigen Crumble.


- Für die Suppe das Wasser erhitzen. Die Misopaste zunächst mit etwas heißem Wasser in einer kleinen Schüssel glatt rühren und anschließend in das Wasser geben. Die Brühe sollte danach nicht mehr wild kochen müssen.
- Die Udon-Nudeln direkt in der Misobrühe erwärmen und vorsichtig voneinander lösen. Gerade bei den vorgekochten Udon gilt wie bei deinem anderen Rezept: nicht vorher mit Gewalt auseinanderziehen – in der heißen Flüssigkeit lösen sie sich ziemlich schnell von selbst.


- Udon und Misobrühe auf zwei Bowls verteilen. Die frischen Sojasprossen und den Ssamjang-Tofu daraufgeben und mit Sesam bestreuen. Zum Schluss Crispy Chili Oil darüberträufeln – je nachdem, wie scharf du es magst.


Nährwertangaben: Miso Udon Suppe mit Ssamjang Tofu (pro Portion)
Kalorien: ca. 595 kcal, Protein: ca. 28 g, Fett: ca. 20 g, Kohlenhydrate: ca. 76 g, Ballaststoffe: ca. 7 g.
Die Angaben sind Näherungswerte und können je nach verwendeten Produkten und Mengen variieren. Insbesondere Udon-Nudeln, Tofu, Ssamjang, Miso und Crispy Chili Oil unterscheiden sich je nach Hersteller teilweise deutlich in ihren Nährwerten.
Noch mehr Umami, Crunch und Schärfe
Das Crispy Chili Oil ist für mich hier tatsächlich mehr als nur Deko. Ein kleiner Löffel bringt Schärfe, geröstete Aromen und zusätzlichen Crunch mit – und je nachdem, welches Chili Crisp Oil man verwendet, verändert sich der Charakter der Bowl noch einmal ziemlich deutlich.
Der Klassiker ist für mich ganz klar Lao Gan Ma, das Chili Crisp, das man in praktisch jedem Asia-Laden bekommt. Es gibt die Gläser sogar in ziemlich großer 670-Gramm-Ausführung, der Preis ist vergleichsweise günstig und es ist so ein Standardprodukt, das bei mir eigentlich immer zu Hause steht. Es hat dieses leicht rauchige, würzige Aroma, ordentlich Crunch und eine angenehme Schärfe, ohne direkt alles andere zu überdecken. Genau deshalb passt es zu solchen Udon-Gerichten so gut.
Etwas besonderer sind für mich die Chili-Crisp-Varianten von Pretty Nam Nam. Das XO-Style hat Schärfegrad 1 und trifft für mich ziemlich genau die Schärfe, die ich richtig angenehm finde: deutlich würzig, aber noch so, dass man weiterhin alle anderen Aromen schmeckt. Das Crunchy Garlic liegt sogar bei Schärfegrad 0 und ist dafür einfach maximal geschmacksintensiv. Ganz viel Knoblauch, richtig schön crunchy – das könnte ich tatsächlich fast pur aus dem Glas löffeln.
Auch das Heat Supply Crispy Chili Oil passt super zu den Udon. Hier kommen neben Knoblauch auch Sichuan-Pfeffer und Sesam dazu. Besonders spannend finde ich die kleine Zimtnote. Das klingt im ersten Moment vielleicht etwas ungewöhnlich – Zimt im Chili Oil? – funktioniert aber überraschend gut und gibt dem Ganzen eine warme, leicht aromatische Tiefe.
Wer es milder mag, nimmt einfach weniger Chili Crisp oder greift direkt zur knoblauchlastigen Variante ohne Schärfe. Ich würde es aber definitiv nicht komplett weglassen: Gerade zu der eher klaren Misobrühe und dem würzigen Ssamjang-Tofu bringt das Chili Oil noch einmal genau diese zusätzliche Schicht aus Umami, Crunch, Röstaromen und Schärfe, die die Bowl für mich komplett macht.

Ist die Udon Suppe gut vor oder nach dem Laufen?
Und ja: Das Gericht kann tatsächlich beides. Ich würde es aber fast noch lieber als Recovery-Essen nach einem längeren Lauf oder Rennen einordnen.
Die Udon liefern reichlich Kohlenhydrate, der Tofu Protein, und mit Misopaste und Sojasauce kommt ordentlich Salz beziehungsweise Natrium dazu. Nach intensiver oder längerer Belastung gehören Kohlenhydrate, Protein und Flüssigkeit zu den wichtigen Bausteinen der Regeneration. Genau deshalb passt so eine warme Udon-Bowl nach einem kalten Longrun oder Trailrace ziemlich gut: Sie ist sättigend, ohne sich wie ein riesiger schwerer Teller anzufühlen.
Vor einem Rennen funktioniert sie ebenfalls, vor allem als Mahlzeit einige Stunden vorher – allerdings würde ich dann eine etwas entschärfte Race-Version machen: wenig oder kein Crispy Chili Oil, nicht zu viel Ssamjang und gegebenenfalls etwas weniger Sprossen. Fett, viel Schärfe und größere Mengen ballaststoffreicher Lebensmittel sind unmittelbar vor Belastung für empfindliche Mägen oft weniger ideal. Die Udon selbst sind dagegen als leicht verfügbare Kohlenhydratquelle ziemlich passend. Sporternährungs-Empfehlungen setzen vor Wettkämpfen generell stärker auf gut verträgliche Kohlenhydrate und eine individuell passende Mahlzeit statt auf besonders fett- oder ballaststoffreiche Kost.
Für den Abend vor einem Rennen würde ich sie also definitiv essen – nur nicht in der „extra Chili-Crisp, extra Ssamjang“-Variante…
FAQ: Häufige Fragen zur veganen Udon Suppe
Kann ich andere Nudeln statt Udon verwenden?
Ja. Ramen-, Soba- oder Reisnudeln funktionieren ebenfalls. Udon machen die Suppe durch ihre dicke, weiche Konsistenz allerdings besonders sättigend.
Wie scharf ist Ssamjang?
Ssamjang ist würzig, fermentiert und leicht scharf, aber normalerweise deutlich milder als reine Chilipasten. Zusammen mit Ahornsirup und Sojasauce wird die Schärfe zusätzlich abgerundet.
Kann ich die Udon Suppe vorbereiten?
Den Tofu kannst du sehr gut vorbereiten. Brühe und Nudeln würde ich erst kurz vor dem Essen zusammengeben, damit die Udon nicht zu weich werden. Die Sprossen kommen am besten frisch darüber.
Mein Fazit
Ich mag dieses Rezept gerade deshalb so sehr, weil es mit wenigen Zutaten so viele unterschiedliche Geschmäcker und Texturen zusammenbringt: salzige und leicht erdige Misobrühe, dicke weiche Udon, süß-scharfer Ssamjang-Tofu und die frischen knackigen Sprossen. Dazu Sesam und ein bisschen Crispy Chili Oil – mehr braucht es eigentlich nicht.
Und trotz der eher leichten, suppigen Basis macht die Bowl richtig satt. Udon sorgen für Kohlenhydrate und Energie, der Tofu bringt eine ordentliche Portion pflanzliches Protein mit. Für mich ist das damit ziemlich genau die Art Essen, die ich nach einem Lauf will: warm, unkompliziert, würzig und schnell gemacht.
Und vermutlich werde ich den Ssamjang-Tofu in Zukunft sowieso auf noch ziemlich viele andere Sachen werfen.



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