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Permakultur erleben: Zu Besuch in Österreichs größtem Hotel-Permakulturgarten

Der Beitrag „Permakultur erleben: Zu Besuch in Österreichs größtem Hotel-Permakulturgarten“ enthält Werbung.

Ich habe schon viele Hotelgärten gesehen. Manche liefern frische Kräuter für die Küche, andere sind vor allem hübsch anzusehen. Der Permakulturgarten des Falkensteiner Balance Resort Stegersbach ist jedoch weit mehr als das. Er ist Gemüsegarten, Rückzugsort, Lebensraum für Tiere und gleichzeitig Herzstück eines nachhaltigen Hotelkonzepts.

Als ich das Resort besuchte, war ich natürlich gespannt auf die vegane Küche und den Wellnessbereich. Rückblickend war es aber ausgerechnet die Führung durch den Permakulturgarten, die mir nachhaltig in Erinnerung geblieben ist.

Zwischen alten Gemüsesorten, essbaren Blüten, summenden Wildbienen und duftenden Kräutern wurde schnell klar: Hier geht es nicht nur darum, möglichst viel Gemüse anzubauen. Es geht darum, natürliche Kreisläufe zu verstehen, Ressourcen zu schonen und den Gästen zu zeigen, wie eng Genuss, Nachhaltigkeit und Biodiversität miteinander verbunden sein können.

Der rund 5.000 Quadratmeter große Garten gilt als Österreichs größter hoteleigener Permakulturgarten und liefert einen Teil der Kräuter, Gemüse, Früchte und essbaren Blüten, die später in der Hotelküche verarbeitet werden. Genau dieses Zusammenspiel von Garten und Küche macht den Ort für mich so besonders.

Das erfährst du in diesem Artikel

  • Was den Permakulturgarten des Falkensteiner Balance Resort Stegersbach so besonders macht
  • Warum die Führung für mich das Highlight des gesamten Aufenthalts war
  • Wie Gärtner Paul Achenberger mit der Hotelküche zusammenarbeitet
  • Welche Pflanzen und alten Sorten mich überrascht haben
  • Warum Permakultur weit mehr ist als Bio-Landwirtschaft
  • Weshalb ich den Garten bis heute nicht vergessen habe
Falkensteiner Stegersbach Permakulturgarten

Der Permakulturgarten auf einen Blick

  • Rund 5.000 Quadratmeter Gartenfläche
  • Über 60 Gemüsearten, zahlreiche Kräuter, Obst und essbare Blüten
  • Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge und viele weitere Insekten
  • Zutaten für die Hotelküche – frisch geerntet und saisonal verarbeitet
  • Regelmäßige Führungen mit Hotelgärtner Paul Achenberger
  • Nachhaltiges Konzept nach den Prinzipien der Permakultur

Warum ich mich auf die Gartenführung am meisten gefreut habe

Ehrlich gesagt hatte ich mich schon vor meiner Anreise auf die Führung durch den Permakulturgarten gefreut. Nicht nur, weil ich mich für nachhaltige Ernährung interessiere, sondern auch, weil ich wissen wollte, wie Permakultur in einem Hotel überhaupt funktionieren kann.

Schließlich müssen hier jeden Tag viele Gäste versorgt werden. Reicht ein Garten da wirklich aus? Welche Pflanzen gedeihen besonders gut? Und wie entscheidet man eigentlich, was angebaut wird?

Mit diesen Fragen im Kopf machte ich mich gemeinsam mit Hotelgärtner Paul Achenberger auf den Weg durch den Garten.

Schon nach den ersten Minuten wurde deutlich, dass dieser Ort weit mehr ist als eine grüne Kulisse für schöne Urlaubsfotos. Paul sprach mit einer ansteckenden Begeisterung über alte Gemüsesorten, essbare Blüten, Bodenleben und natürliche Kreisläufe. Dabei ging es nie darum, möglichst perfekte Pflanzen zu produzieren. Viel wichtiger war die Frage, wie sich ein stabiles Ökosystem schaffen lässt, das langfristig funktioniert.

Genau diese Haltung hat mich beeindruckt. Statt gegen die Natur zu arbeiten, arbeitet der Garten mit ihr – und das spürt man bei jedem Schritt.

Wer ist Paul Achenberger?

Ein Garten wie dieser entsteht nicht von allein. Hinter dem Permakulturgarten steht Paul Achenberger, der sich seit vielen Jahren mit nachhaltigem Gemüseanbau und Ernährungssouveränität beschäftigt.

Bevor er ins Falkensteiner Balance Resort Stegersbach wechselte, arbeitete er in einer solidarischen Landwirtschaft (Solawi/CSA). Heute kümmert er sich gemeinsam mit seinem Team um einen Garten, der nicht nur schön aussieht, sondern die Hotelküche täglich mit frischen Kräutern, Gemüse, Obst und essbaren Blüten versorgt.

Schon während der Führung wurde deutlich, wie viel Herzblut Paul in dieses Projekt steckt. Er kennt jede Pflanze, jede Ecke des Gartens und erzählt mit einer Begeisterung davon, die sofort ansteckend ist. Dabei geht es ihm nicht darum, möglichst perfekte Beete anzulegen. Viel wichtiger ist ihm ein lebendiges Ökosystem, das sich im Einklang mit der Natur entwickeln darf.

Besonders spannend fand ich, dass Garten und Küche eng zusammenarbeiten. Gemeinsam wird geplant, welche Sorten angebaut werden und welche Kräuter oder Gemüse später auf den Tellern der Gäste landen. So entsteht ein Kreislauf, der Regionalität und Saisonalität nicht nur verspricht, sondern täglich lebt.

Im Gespräch mit Permakultur-Gärtner Paul Achenberger

Wie arbeitest du mit der Küche des Falkensteiner Stegersbach zusammen?

Inzwischen sind wir gut eingespielt und ich kann den Bedarf an frischen Kräutern gut einschätzen. Beim Gemüse stimme ich mich vor Saisonbeginn mit dem Chefkoch grob ab und er bekommt dann ab Mai wöchentlich eine Liste der Sachen, die vom Feld weg müssen, bzw. auch solcher Früchte, die optional zu beernten sind (z. B. Rüben, Kartoffeln, Jungzwiebel).  

Was waren deine Zuchterfolge, auf was bist du besonders stolz?

Ich bin eigentlich kein Züchter, d. h., ich arbeite nicht an der Weiterentwicklung von Sorten, aber heuer sind die Auberginen aus eigenem Saatgut besonders schön geworden.

Was planst du für die neue Saison? Worauf dürfen sich die Gäste freuen?

Auf der kulinarischen Seite hat mich die Küche gebeten, einmal so Dinge wie Kerbelrübe oder Knollenziest auszuprobieren. Auch dem Ingweranbau möchte ich mich nächstes Jahr stärker widmen. Auf der ästhetischen und ökologischen Seite werden wir einiges mehr an Blüten produzieren und auch im Bereich des Parks mit den Liegewiesen werden verstärkt Bienenweiden zu finden sein. 

Zwischen Tomatillos, alten Sorten und Erdbeer-Trauben

Kaum hatten wir den ersten Gartenbereich erreicht, war ich überrascht, wie viel Vielfalt auf vergleichsweise kleiner Fläche wächst. Natürlich gab es Tomaten – aber eben nicht nur die klassischen roten Sorten. Paul zeigte uns kleine gelbe Tomaten, fast schwarze Früchte, längliche und gestreifte Sorten sowie Tomatillos, die ich bis dahin nur aus der mexikanischen Küche kannte.

Genau diese Vielfalt macht den Garten so spannend. Statt möglichst einheitlicher Pflanzen wachsen hier alte Sorten neben außergewöhnlichem Gemüse, das man im Supermarkt kaum findet. Für mich war das wie eine kleine Entdeckungsreise.

Nicht weniger faszinierend waren die verschiedenen Obst- und Beerensträucher. Himbeeren, Ribiseln, Stachelbeeren und zahlreiche Obstbäume liefern nicht nur frische Zutaten für die Küche, sondern bieten gleichzeitig Lebensraum für Vögel und Insekten.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir jedoch der kleine Weinberg. Die Reben werden zwar nicht für die Weinproduktion genutzt, sondern dienen vor allem dazu, unterschiedliche heimische Sorten kennenzulernen. Natürlich musste ich einige davon probieren. Manche Trauben schmeckten überraschend nach Erdbeeren, andere waren angenehm süß-säuerlich oder erinnerten mich sogar ein wenig an Schlehen. Ich hätte nie gedacht, wie unterschiedlich Trauben schmecken können.

Solche kleinen Entdeckungen machen für mich den Reiz einer Gartenführung aus. Man lernt nicht nur etwas über Pflanzen, sondern beginnt Lebensmittel wieder bewusster wahrzunehmen.

Die morbide Schönheit des Vergänglichen

Es gibt einen Moment während meines Aufenthalts, an den ich bis heute denken muss.

Ich spazierte nach einem Saunagang noch einmal durch den Garten. Es war Spätsommer. Viele Kräuter standen bereits in voller Blüte, andere Pflanzen waren längst verblüht. Zwischen den Beeten ragten vertrocknete Stängel in den Himmel, Samenstände raschelten im Wind und die Farben wechselten langsam von sattem Grün zu warmen Braun- und Goldtönen. Und plötzlich wurde mir klar, wie ungewohnt dieser Anblick geworden ist.

In vielen Gärten werden verblühte Pflanzen sofort zurückgeschnitten. Hier durften sie stehen bleiben. Nicht, weil sich niemand kümmerte, sondern weil genau das Teil des Konzepts ist. Samen dienen als Nahrung, trockene Stängel werden zum Winterquartier für Insekten und die Natur darf ihren eigenen Rhythmus behalten.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich zwischen den Beeten saß und diese morbide Schönheit des Vergänglichen auf mich wirken ließ. Für mich war das einer der schönsten Momente des gesamten Wochenendes.

Ein Garten für alle Sinne

Je länger ich durch den Garten ging, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass hier nicht nur Gemüse angebaut wird.

Der Kräuterhügel duftete nach Thymian, Salbei und Minze. Überall summten Wildbienen zwischen den Blüten. Schmetterlinge tanzten über den Wiesen, während die Nachmittagssonne die letzten Blüten des Sommers zum Leuchten brachte.

Paul erzählte uns, dass viele Gäste den Kräuterbereich anfangs für etwas ungepflegt halten. Tatsächlich wachsen dort rund 40 verschiedene Kräuter-, Tee- und Gewürzpflanzen, die später in der Küche oder für frische Kräutertees verwendet werden. Was auf den ersten Blick wild wirkt, ist in Wahrheit sorgfältig geplant – und bietet zahlreichen Insekten wertvollen Lebensraum.

Auch im restlichen Resort begegnet einem dieses Prinzip immer wieder. Wildblumen statt steriler Rasenflächen, Bienenweiden statt Zierbeete und essbare Blüten, die später ihren Weg auf die Teller oder sogar in Spa-Anwendungen finden. Mir wurde während der Führung bewusst, dass der Permakulturgarten kein abgegrenzter Bereich des Hotels ist. Er prägt das gesamte Resort.

Und genau deshalb würde ich jedem Gast empfehlen, sich – wenn möglich – einer Führung anzuschließen. Denn erst wenn man den Garten erlebt, versteht man, warum Nachhaltigkeit im Falkensteiner Balance Resort Stegersbach so viel mehr ist als ein Schlagwort.


Gut zu wissen: Die Idee hinter der Permakultur

Der Begriff Permakultur setzt sich aus den englischen Wörtern „permanent“ und „agriculture“ zusammen. Das Konzept wurde in den 1970er-Jahren von Bill Mollison (1928–2016) und seinem Schüler David Holmgren in Australien entwickelt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wir Landwirtschaft und Gärten so gestalten können, dass sie dauerhaft funktionieren – im Einklang mit der Natur statt gegen sie.

Dabei orientiert sich die Permakultur an drei ethischen Grundsätzen:

  • Sorge für die Erde (Care for the Earth)
  • Sorge für die Menschen (Care for the People)
  • Teile fair und setze Grenzen für Konsum (Fair Share)

Im Alltag bedeutet das unter anderem:

  • Überflüssigen Konsum vermeiden (Refuse)
  • Ressourcen sparen (Reduce)
  • Dinge mehrfach nutzen (Reuse)
  • Reparieren statt wegwerfen (Repair)
  • Materialien wiederverwenden oder aufwerten (Recycle & Upcycle)

Genau diese Philosophie spiegelt sich auch im Permakulturgarten des Falkensteiner Balance Resort Stegersbach wider.


FAQ: Häufige Fragen zum Permakulturgarten in Stegersbach

Häufige Fragen zum Permakulturgarten in Stegersbach

Ja. Das Falkensteiner Balance Resort Stegersbach bietet regelmäßig Führungen durch den Garten an. Dabei erfährst du mehr über Permakultur, den Gemüseanbau und die Zusammenarbeit zwischen Garten und Hotelküche.

Welche Pflanzen wachsen im Garten?

Angebaut werden unter anderem über 60 verschiedene Gemüsearten, zahlreiche Kräuter, Obst, Beeren, essbare Blüten und alte Tomatensorten. Je nach Jahreszeit verändert sich das Angebot natürlich.

Werden die Lebensmittel im Hotel verwendet?

Ja. Kräuter, Gemüse, Obst und essbare Blüten aus dem Permakulturgarten finden regelmäßig ihren Weg in die Hotelküche und werden sowohl in herzhaften Gerichten als auch in Desserts oder Kräutertees verarbeitet.

Was macht den Garten so besonders?

Der Garten ist weit mehr als ein Nutzgarten. Er verbindet nachhaltigen Gemüseanbau mit Biodiversität, schafft Lebensräume für Insekten und Vögel und macht die Philosophie der Permakultur für Gäste unmittelbar erlebbar.

Mein Fazit

Ich hätte vor meinem Besuch nicht gedacht, dass ausgerechnet ein Garten mein persönliches Highlight des Aufenthalts werden würde. Doch genau das ist passiert.

Der Permakulturgarten des Falkensteiner Balance Resort Stegersbach hat mir gezeigt, dass Nachhaltigkeit weit mehr sein kann als ein Begriff auf einer Hotelwebsite. Sie zeigt sich in kleinen Details: in der Vielfalt alter Gemüsesorten, im Summen der Wildbienen, in den Kräutern für den Tee oder in den essbaren Blüten auf dem Abendmenü.

Besonders beeindruckt hat mich, dass der Garten kein isoliertes Projekt ist. Seine Idee zieht sich durch das gesamte Resort und verbindet Küche, Wellness und Natur auf eine Weise, die ich so bisher noch nicht erlebt habe. Vielleicht lässt sich mein Eindruck am besten mit einem Satz zusammenfassen:

Man besucht diesen Garten nicht nur – man erlebt ihn mit allen fünf Sinnen.

Und genau deshalb gehört die Führung für mich zu den schönsten Erinnerungen an meinen Aufenthalt im Falkensteiner Balance Resort Stegersbach.

Bildnachweis:
Julia Topp & Stefan Tiedtke

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