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Hoher Fricken Runde | Estergebirge

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Manchmal gibt es Gegenden, an denen man schon X-mal vorbei gefahren ist, aber zielsicher ignoriert hat. Das Estergebirge ist so ein weißer Fleck auf meiner Trailrunning Karte. Trotzdem ich schon gefühlte 100x in Garmisch Partenkirchen und Umgebung war, war mir das Estergebirge tatsächlich unbekannt. Dabei ist der Gebirgszug zwischen Loisach und Walchensee traumhaft schön.

Wieder einmal war Social Media daran Schuld, dass ich überhaupt auf das Estergebirge gestoßen bin. Wie? Ich habe eine Instagram Story von Caja gesehen und sie daraufhin nach der Strecke gefragt. Sie kommt ursprünglich aus Ohlstadt, was nur ein Katzensprung von Farchant entfernt ist und kennt sich dementsprechend perfekt in der Gegend aus.

Hier geht es zur Website von Farchant.

Ich bin gerade dabei ein neues Trailrunning Event für adidas Runners Munich zu planen und dachte mir das das Estergebirge mit seiner wilden Seite vielleicht eine gute Idee sei. Also habe ich mir die genaue Route über runmap.net zusammen gestellt und bin los.

Wie du auf dem Plan siehst, gibt es diverse Wege und ich war mir schon beim mappen sicher, das ich nicht das letzte mal dorthin fahren werde.

Estergebirge
Meine Route: blau

Gemütlich geht anders…

…und einsam auch. Ich hatte bei meiner Planung zwar den Kuhflucht Parkplatz gesehen, mich noch über den Namen lustig gemacht, aber nicht bemerkt das es eben dort die Kuhflucht Wasserfälle gibt. Wie konnte ich das übersehen? Natürlich war dort in der Ferienzeit sehr viel los. Zu Recht. Die Wasserfälle sind wunderschön und die Gumpen laden zum Baden ein.

Hier geht es zur Website der Kuhflucht Wasserfällen. Übrigens sind die drei Fallstufen zusammen gerechnet 270 m hoch und gehören damit zu den höchsten Deutschlands. (Wikipedia)

Gipfel 1 | Hoher Fricken
Nach dem ersten Schock den mir Touristenmengen eingejagt hatten, wurde es wild-romantisch. Der steile Weg zum Hohen Fricken ist ausgesetzt und nicht für jeden geeignet. Darauf weißt auch ein Schild nach den Wasserfällen hin: Nur für Geübte.

Trotzdem kamen mir beflipflopte „Wanderer“ und Weiße-Sneacker Mädchen entgegen. Zwei junge Frauen mit Hunden haben mich nach dem Weg gefragt und waren ziemlich entsetzt als ich sagte, das die Weilheimer Hütte nicht am Hohen Fricken sei, sondern 2 Gipfel weiter. Ihnen war auf halber Strecke zum 1. Gipfel schon das Wasser knapp geworden und die Hunde sichtlich erschöpft. Die armen Fellnasen. Sie entschieden sich zum Glück zur Umkehr. Was soll ich da sagen…? Informiert Euch Leute!

Panorama Hoher Fricken
Blick ins Karwendel vom Hohen Fricken

Bis zum Gipfel waren dies die letzten Wanderer die mir gegenet sind und ich konnte die Ausblicke in due Zugspitz Region und ins Karwendel mehr als genießen. Der Gipfel selbst war ebenfalls ein einsamer Traum. Bis hier hoch war übrigens an Laufen nicht zu denken. Auch wenn die Distanz mit 4 km wirklich kurz war, die 1230 Höhenmeter hatten es ordentlich in sich.

Hoher Fricken Trail
Kuhflucht Wasserfall zum Hohen Fricken: 4,05 km / 1230 hm

Gipfel 2 | Bischof
Vom Gipfel des Hohen Fricken runter, konnte ich dann das erste mal richtig Laufen. Und schön waren die Trails 🙂 Bis zur Senke zwischen den beiden Gipfeln ging es flowig entlang. Dort habe ich dann erstmals pausiert und mich mit Trailbutter und Banane gestärkt. Super Kombination übrigens und MEGA lecker.

Dann ging es weiter bergauf. Wieder recht steil und ohne Schatten. Die letzten Meter waren wieder wunderschön zum Laufen und meine Beine haben sich richtig gefreut, sich auszuschütteln und schneller bewegen zu dürfen.

Die Sonne hat ordentlich geknallt (es wurden Wolken und 25 Grad versprochen, nicht blauer Himmel und 30 Grad) und so war ich froh als ich den windigen Gipfel erreicht hatte. Bis hierhin ist mir ebenfalls niemand anderes begegnet. Absolute Gipfel Einsamkeit, ich hatte schon fast vergessen wie sich das anfühlt.

Bischof Trail
Hoher Fricken zum Bischof: 2,4 km, 180 hm bergab, 240 hm bergauf

Gipfel 3 | Krottenkopf
In dem Moment als ich mich an den Abstieg gemacht habe, war auch klar warum es hier so leer war: das Geröllfeld des Grauens. Der „Weg“ um wieder auf den Normalweg zu kommen war wirklich keine Freunde. Ich bin gerutscht und gerutscht, der Weg war vor allem durch die Latschen (weil zugewachsen) kaum erkennbar und am Ende bin ich anders als auf der Karte gegangen, denn durch das Geröllfeld war kein Durchkommen. Der Umweg war nur klein, aber defintiv sicherer. Am kleinen Trampelpfad war zu erkennen, das ich nicht die Erste war die einen anderen Weg gewählt hatte.

Auf dem Normalweg angekommen, kamen wieder laufbare Trails bis zur Hütte. Eine kleine Kuhherde kreuzte meinen Weg und schon war ich an der Hütte angekommen. Auch auf diesem Teilstück: keine anderen Menschen.

Bischof estergebirge
Runter vom Bischof: ein Weg zum Abgewöhnen

So gemütlich es auf der Weilheimer Hütte war und so nett die Pächter waren, für Veganer ist die Hütte ungeeignet. Mehr als trockenes Brot gab es nicht. Als ich die Scheibe bezahlen wollte, wurde mir entsetzt abgewunken. Danke nochmal für das leckere Brot. Für alle Nicht-Veganer kann ich natürlich nicht sprechen, aber das Essen was an mir vorbei getragen wurde sah äußerst lecker aus. Ich habe dann meine Bananenchips gemampft und mir dazu ein alkoholfreies Weißbier gegönnt.

Der Weg auf den Grottenkopf: wieder steil aber gut gehbar. Ich bin mir spätestens jetzt sicher das ich morgen ordentlich Muskelkater haben werde.

Krottenkopf trail
Bischof zum Krottenkopf: 2,31 km, 178 hm bergab, 200 hm bergauf

Gipfel 4 | Hoher Kisten
Eigentlich hatte ich geplant noch einen Umweg über den Hohen Kisten zu laufen, wir wurde es aber ehrlich gesagt zuviel des Guten und ich habe den Rückweg angetreten. Normalerweise bin ich diejenige die um 7:00 auf dem Wanderparkplatz steht. Heute ging es erst um 11:00 los. Unglaublich spät für mich.

Hoher Kisten Trail

Zurück über die Via Alpina

Wer Weg zurück nach Farchant hat mich nur in Maßen überzeugt. Es kam zu viel zusammen was mich genervt hat. Die ersten beiden Kilometer bergab zur Material Seilbahn waren feinste flowige Trails mit einer phantastischen Aussicht ins Karwendel. Dann kam der Forstweg und es war Schluß mit lustig.

Der Forstweg hat sich ewig gezogen. Ich bin absolut kein Fan von Forstwegen, weder beim Wandern noch beim Trailrunning. Ich hatte am Anfang geschrieben das ich für adidas Runners Munich ein Trailstrecke suche. Nach dem krass steilen Anstieg und dem Geröllfeld, hat der Forstweg der Strecke dann den Garaus verpasst.

Achtung Spoiler:
Wir laufen am 28.9. einen anderen Weg mit der Communtiy, damit Anfänger, Fortgeschrittene und Speedhiker gleichermaßen einen tollen Trailrun und viel Spaß haben.

Weiter geht’s: Versöhnt hat mich die Esteralm mit den Baby Kühen und den knuffigen Ziegen. Angeblich soll es hier feinsten Kaiserschmarren geben. Der Blick im Tal war auch richtig schön. Am Ende ging es noch einen Kilometer über Asphalt und dann einen Steig quer zurück zum Parkplatz.

Trotz des semi-optimalen Rückwegs war mein Trailtag ganz wunderbar. Einsam mit wunderbaren Aussichten und ganz viel Zeit zum Genießen und Gucken.

Hier die Zusammenfassung:

  • Entfernung: ab München 84 km.
  • Start und Ende: Kuhflucht Parkplatz in Farchant.
  • Rundweg: 20,18 km mit 1550 hm
  • Verlängerung: zum Hohen Kisten (siehe Karte oben)
  • Einkehr: Weilheimer Hütte, Estbergalm

Ich freue mich jetzt schon auf meinem nächsten Besuch im Estergebirge. Ich habe auf dem Weg so viele Schilder mit Wanderwegen gesehen und die wollen auf jeden Fall gelaufen werden. Vielleicht geht’s das nächste mal in Krün los… Ich bin gespannt.

Ich hoffe ich konnte bei dir ein wenig Lust auf diese „neue“ Gegend aka. Estergebirge wecken 🙂

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