Der Artikel „Trailrun Graubünda 2026: Mein Erfahrungsbericht aus der Lenzerheide“ enthält Werbung.
Letztes Jahr habe ich von der Lenzerheide vor allem eines gesehen: Nebel. Jede Menge Nebel. Dazu Regen, Kälte und sogar Schnee in den Bergen. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für ein Trailrunning-Wochenende. Und trotzdem hat mir die Region so gut gefallen, dass für mich schon damals feststand: Hier muss ich unbedingt noch einmal hin!
Beim damaligen FHGR Trail Run musste die Langdistanz wegen der schlechten Wetterbedingungen kurzfristig abgesagt werden. Erst am letzten Tag zeigte sich die Lenzerheide von ihrer sonnigen Seite. 2026 wollte ich deshalb unbedingt zurück. Dieses Mal mit hoffentlich besserem Wetter, mehr Zeit für die Berge und natürlich einem erneuten Start beim Trailrun Graubünda. Vor allem wollte ich aber auch die Bergwelt auf der gegenüberliegenden Seite des Rothorns erkunden.
Und so viel kann ich schon verraten: Die Lenzerheide hat uns auch dieses Jahr wieder begeistert.

Trailrun Graubünda 2026 – Der Dynafit Steibock Trail
Aus dem FHGR Trail Run Lenzerheide wurde 2026 der Trailrun Graubünda. Neuer Name, teilweise neue Strecken, aber weiterhin die familiäre Atmosphäre, die mir schon im vergangenen Jahr so gut gefallen hatte. Ich hatte mich für den Dynafit Steibock Trail mit 26,1 Kilometern und 1.691 Höhenmetern entschieden. Start und Ziel lagen wie gewohnt in der Roland Arena in Lantsch/Lenz im Schweizer Kanton Graubünden.
Mit dabei waren übrigens auch zwei Gewinnerinnen – Kathi und Ronja – aus der SOYL Trailrunning Community, die sich bei unserem Gewinnspiel über einen Startplatz freuen durften.
Alle Informationen zum Event, den Strecken und den Neuerungen findest du in meinem Vorbericht zum Trailrun Graubünda 2026. Und falls du wissen möchtest, wie es mir im vergangenen Jahr ergangen ist, findest du hier meinen Wettkampfbericht von 2025.
Die Tage vor dem Trailrun Graubünda
Ein kleiner Spaziergang zum Ankommen
Kaum in der Lenzerheide angekommen, wollten wir natürlich erst einmal ein bisschen die Gegend erkunden. Also ging es am Abend von Lantsch/Lenz aus ganz gemütlich in Richtung Roland Arena und ein Stück über die ersten Meter der späteren Rennstrecke. Nebenbei haben wir auch nach Steinpilzen Ausschau gehalten. Einfach ein bisschen durch die Natur spazieren, die Beine nach der Anreise vertreten und schon mal die ersten Trails kennenlernen. Ein richtig schöner Einstieg in unser verlängertes Wochenende!



Startunterlagen abholen
Die Startnummernausgabe fand dieses Jahr am Freitagnachmittag im Odlo Store in der Lenzerheide statt. Eine schöne Lösung, denn so konnte man die Unterlagen bereits am Vortag ganz entspannt abholen und musste sich am Rennmorgen um nichts mehr kümmern. Bei mir ging das Ganze ruckzuck. Alles war bestens organisiert und nach wenigen Minuten hatte ich meine Startunterlagen in der Hand.
Shakeout Run? Eher ein Shakeout Hike!
Eigentlich gehört ein kleiner Shakeout Run vor einem Wettkampf ja fast schon dazu. Ein paar lockere Kilometer, die Beine bewegen und sich auf den nächsten Tag einstimmen. Wir haben das dieses Mal etwas anders interpretiert und sind lieber in die Berge gefahren. Mit der Bergbahn ging es auf den Piz Scalottas, wo uns bereits ein fantastischer Ausblick auf die umliegende Bergwelt erwartete.



Von dort wollten wir weiter auf den Piz Danis wandern. Eine wunderschöne Strecke mit schmalen Bergwegen, aussichtsreichen Passagen und immer wieder diesem unglaublichen Panorama. Genau die Art von Wegen, für die ich die Berge so liebe. Kurz unterhalb des Gipfels war für uns allerdings Schluss. Die letzten Kraxelstellen waren uns dann doch etwas zu ausgesetzt und so entschieden wir uns, lieber umzudrehen. Schließlich stand am nächsten Tag noch ein Rennen an und unnötige Risiken mussten wirklich nicht sein.
Auch ohne Gipfelerfolg war die Tour ein absolutes Highlight. Wunderschöne Wege, tolle Ausblicke und endlich konnten wir auch die Bergwelt auf der anderen Seite des Rothorns erkunden, die uns im vergangenen Jahr noch verborgen geblieben war. Ein ziemlich perfekter Shakeout Hike, würde ich sagen.
Trailrun Graubünda 2026 – Mein Rennbericht
Sonne statt Nebel
Was für ein Unterschied zum vergangenen Jahr! Statt Regen, Nebel und kalten Temperaturen erwartete uns ein wunderschöner, sonniger Renntag. Das Frühstück lief entspannt und auch die Anreise zum Start war dieses Mal denkbar einfach. Von unserem Apartment im Val Saraina Resort waren es gerade einmal fünf bis zehn Minuten zu Fuß bis zur Roland Arena. Perfekt! Kein Bus, keine lange Anfahrt und kein Stress am Morgen. Stattdessen konnten wir gemütlich zur Arena spazieren, ein wenig in der Sonne sitzen, uns aufwärmen und die Atmosphäre genießen. Und dann ging es auch schon los.



Steil bergauf, steil bergab – Die Strecke des Steibock Trails
Die ersten Meter der Strecke kamen mir tatsächlich bekannt vor. Am ersten Abend waren wir bereits eine kleine Runde spazieren und dabei auf einem Teil der späteren Rennstrecke unterwegs gewesen. Allerdings dauerte es nicht lange, bis es ordentlich zur Sache ging. Der Steibock Trail macht seinem Höhenprofil alle Ehre: steil bergauf, steil bergab und dazwischen immer wieder wunderschöne Trails.
Die Strecke war unglaublich abwechslungsreich. Mal ging es über schmale, technisch anspruchsvolle Singletrails, dann wieder über flowige Waldwege oder schnelle, gut laufbare Abschnitte. Selbst die Forstwege machten Spaß und boten zwischendurch Gelegenheit, etwas Tempo aufzunehmen. Besonders schön war natürlich die Aussicht. Endlich konnte ich die Berge sehen, die im vergangenen Jahr komplett im Nebel verschwunden waren. Immer wieder hätte ich am liebsten angehalten, um die Landschaft zu genießen und Fotos zu machen. Was ich tatsächlich auch ziemlich oft getan habe. Aber irgendwann muss man bei einem Rennen ja auch weiterlaufen, oder?



Wunderschöne Trails, aber wo geht es hier bitte lang?
So schön die Strecke war, einen Kritikpunkt gab es leider: die Streckenmarkierung. Im unteren Teil, wo sich die verschiedenen Distanzen trennten, war alles noch wunderbar organisiert. Eine Person stand an der Abzweigung und zeigte den Läuferinnen und Läufern, welchen Weg sie nehmen mussten. Weiter oben, wo sich die Strecken erneut trennten, sah das leider anders aus. Hier fehlte eine entsprechende Einweisung und einige Läufer*innen bogen falsch ab. Trailrunner sind manchmal eben wie Lemminge. Läuft eine Gruppe in eine bestimmte Richtung, laufen die anderen einfach hinterher.
Ich hatte glücklicherweise den vollständigen GPS-Track auf meiner Garmin und konnte an dieser Stelle richtig nach rechts abbiegen. Damit war ich zunächst auf der sicheren Seite. Doch im weiteren Verlauf wurde die Streckenführung zunehmend unübersichtlich. Teilweise gab es überhaupt keine Markierungen mehr. Keine Fähnchen, keine Kreidepfeile, keine markierten Steine und auch keine Personen, die den richtigen Weg zeigten. Man musste sich vollständig auf die Navigation der Uhr verlassen.



Mir ist natürlich bewusst, dass man beim Trailrunning eigenverantwortlich unterwegs ist. Auch im Reglement des Trailrun Graubünda wird darauf hingewiesen, dass die Strecke nicht durchgehend markiert sein muss und die Teilnehmenden selbst dafür verantwortlich sind, dem vorgesehenen Streckenverlauf zu folgen. Trotzdem finde ich, dass gerade bei einem Wettkampf die wichtigen Abzweigungen eindeutig erkennbar sein sollten. Schließlich möchte man sich auf das Laufen konzentrieren und nicht ständig nach dem richtigen Weg suchen.
Besonders ärgerlich fand ich, dass einige Läufer*innen deutlich von der vorgesehenen Strecke abwichen und dadurch kürzere Wege nahmen. Ob das bewusst oder aus Unsicherheit geschah, kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber wenn nicht alle dieselbe Strecke laufen, sind die Ergebnisse am Ende auch nur schwer miteinander vergleichbar.
Traumhafte Bergwelt und die nächste Wegsuche
Oben am höchsten Punkt angekommen, konnte ich die trumhaft schöne Aussicht genießen. Strahlender Sonnenschein, eine fantastische Fernsicht und diese beeindruckende, karge Berglandschaft rund um das Rothorn.
Die Strecke führte durch die felsige Landschaft, durch einen Tunnel und anschließend in einem Bogen wieder Richtung Tal. Kurz hinter dem Tunnel traf ich auf mehrere Läufer*innen, die offensichtlich nicht wussten, wo es langging. Einige liefen in eine Richtung, die mir sofort komisch vorkam. Ich rief ihnen noch hinterher, dass sie vermutlich falsch unterwegs waren. Eine Läuferin drehte tatsächlich um und gemeinsam mit ihr und einem Schweizer Läufer suchten wir anschließend den richtigen Weg. Und genau an diesem Punkt kippte meine Stimmung ein wenig.



Denn so schön die Landschaft auch war, irgendwann nervt es einfach, ständig stehen bleiben und den Track überprüfen zu müssen. Selbst mit GPS-Navigation auf der Uhr war das alles andere als optimal gelöst. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die Strecke in unter vier Stunden zu laufen. Durch die wiederholte Wegsuche war aber schnell klar, dass ich dieses Ziel nicht mehr erreichen würde. Also habe ich das Tempo herausgenommen und bin die letzten Kilometer ganz gemütlich zu Ende gelaufen.
Schade, denn landschaftlich ist dieser Trailrun wirklich ein Traum. Eine derart abwechslungsreiche und schöne Strecke verdient einfach eine bessere Orientierung und Planung.
Zieleinlauf und veganer Pastaplausch
Zurück in der Roland Arena war die Stimmung wieder richtig schön. Wie schon im vergangenen Jahr fand ich die Atmosphäre im Start- und Zielbereich angenehm entspannt und familiär. Nach dem Rennen ging es natürlich erst einmal zum wohlverdienten Pastaplausch. Und der war richtig lecker! Besonders schön fand ich, dass auch die vegane Verpflegung wieder problemlos funktioniert hat. Auch unterwegs gab es vegane Verpflegungsmöglichkeiten. Das ist inzwischen zum Glück bei immer mehr Trailrunning-Veranstaltungen selbstverständlich und ich freue mich jedes Mal darüber.
Gut gestärkt ging es anschließend zurück in unser Apartment und von dort direkt in den Wellnessbereich. Sauna, Dampfbad, Whirlpool und einfach mal die Beine hochlegen. Nach den vielen Höhenmetern genau das Richtige.
Ein Tag länger in der Lenzerheide – Zurück auf das Rothorn
Weil uns die Lenzerheide im vergangenen Jahr so gut gefallen hatte, haben wir uns dieses Mal etwas mehr Zeit genommen. Von Donnerstag bis Sonntag waren wir in der Lenzerheide und wollten natürlich nicht wieder abreisen, ohne noch ein bisschen mehr von dieser wunderschönen Bergwelt gesehen zu haben.



Am Sonntagmorgen, also einen Tag nach dem Rennen, ging es deshalb erneut mit der Rothornbahn nach oben. Schon die Auffahrt war wunderschön, aber oben angekommen wurde uns noch einmal bewusst, was wir im vergangenen Jahr alles verpasst hatten. Damals lag auf dem Parpaner Rothorn so viel Schnee, dass wir nicht einmal die kurze Wanderung zum nächsten Gipfel machen konnten. Dieses Mal sah die Welt ganz anders aus. Bei bestem Wetter konnten wir vom Parpaner Rothorn gemütlich zum Rothorn Ostgipfel hinüberwandern. Die kurze Tour war einfach wunderschön. Überall diese beeindruckenden Felsformationen, die weite Berglandschaft und ein Panorama, an dem ich mich wirklich nicht sattsehen konnte. Oben haben wir uns ganz viel Zeit genommen, einen Kaffee getrunken und einfach die Aussicht genossen.
Wenn ich mir die Fotos vom Rothorn aus beiden Jahren anschaue, ist der Unterschied wirklich unglaublich. Im vergangenen Jahr tief verschneite Wege und kaum ein Weiterkommen, dieses Mal Sonne, freie Bergwege und traumhafte Aussichten. Wieder einmal der beste Beweis dafür, wie unterschiedlich man dieselbe Bergregion erleben kann.


Wenn ich mir die Fotos vom Rothorn aus beiden Jahren anschaue, ist der Unterschied wirklich unglaublich. Im vergangenen Jahr tief verschneite Wege und kaum ein Weiterkommen, dieses Mal Sonne, freie Bergwege und traumhafte Aussichten. Wieder einmal der beste Beweis dafür, wie unterschiedlich man dieselbe Bergregion erleben kann.
Besonders spannend fand ich den Blick hinüber nach Arosa. Denn nach vier Tagen in der Lenzerheide war unser Urlaub noch lange nicht vorbei. Wir wollten anschließend noch zwei weitere Nächte in Arosa verbringen. Da kam mir auf dem Rothorn direkt die Idee: Warum eigentlich mit dem Auto nach Arosa fahren, wenn man auch einfach über die Berge laufen könnte? Mein Freund hätte das Gepäck mit dem Auto transportieren können und ich wäre auf den Trails nach Arosa gelaufen. Gar keine so schlechte Idee, oder? Vielleicht machen wir das beim nächsten Mal tatsächlich so.
In Arosa blieben wir noch bis Dienstag und haben natürlich auch dort die herrliche Bergwelt erkundet. Unter anderem war ich auf einem wunderschönen Trailrun zu den Prätschseen und über Rot Tritt unterwegs. Die komplette Strecke mit vielen Fotos und Tipps findest du in meinem Artikel Trailrunning in Arosa – Morning Trail zu den Prätschseen und zum Rot Tritt.
Unser Zuhause in der Lenzerheide – Das Val Saraina Resort
Für unseren Aufenthalt hatten wir uns im wunderschönen Val Saraina Resort in Lantsch/Lenz einquartiert. Unser modernes und großzügiges 2,5-Zimmer-Apartment hatte einen schönen Wohnbereich mit Küche und Essplatz, ein großes Schlafzimmer, ein tolles Badezimmer und einen geräumigen Balkon mit herrlichem Bergblick. Auch die Lage war perfekt, denn bis zur Roland Arena waren es gerade einmal wenige Gehminuten.
Nach unseren Bergtouren und natürlich besonders nach dem Trailrun haben wir den Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad, Whirlpool und Ruhebereich ausgiebig genutzt. Da wir in der Nachsaison unterwegs waren, hatten wir den Wellnessbereich an zwei von drei Tagen sogar komplett für uns allein.



Und dann war da noch das Essen! Während beim veganen Frühstück aus meiner Sicht noch etwas Luft nach oben war, hat uns die Küche am Abend komplett begeistert. An drei Abenden wurden wir mit kreativen veganen Vier-Gänge-Menüs verwöhnt, die nicht nur unglaublich lecker, sondern auch wunderschön angerichtet waren. Ein kleiner Vorgeschmack gefällig?
- Vorspeise: Veganes Tartar mit Pumpernickel
- Suppe: Kürbis-Orangen-Suppe mit Basilikumblüten
- Hauptgang: Blumenkohl-Teriyaki
- Dessert: Schoko-Bananen-Frühlingsrollen mit Waldbeeren-Ragout und Vanille Eis
Klingt gut? War es auch! Jeder einzelne Gang war ein Genuss und man hat wirklich gemerkt, wie viel Liebe und Mühe das Küchenteam in die veganen Menüs gesteckt hat.



Weil uns das Resort und vor allem die fantastische vegane Küche so begeistert haben, widme ich unserem Aufenthalt einen eigenen ausführlichen Artikel. Dort findest du meine Erfahrungen mit dem Apartment, dem Wellnessbereich und natürlich allen veganen Köstlichkeiten, die uns serviert wurden.
Mein Fazit zum Trailrun Graubünda 2026
Die Lenzerheide hat es mir wirklich angetan. Die wunderschöne Bergwelt, die abwechslungsreichen Trails und die vielen Möglichkeiten zum Wandern und Trailrunning machen die Region für mich zu einem echten Outdoor-Paradies.
Auch der Trailrun Graubünda hat mir grundsätzlich wieder sehr gut gefallen. Technische Singletrails, flowige Waldpassagen, schnelle Downhills und die beeindruckende Landschaft rund um das Rothorn – genau diese Mischung liebe ich beim Trailrunning. Dazu kamen die familiäre Atmosphäre, eine unkomplizierte Organisation rund um Start und Ziel und die gute vegane Verpflegung. Ein Kritikpunkt bleibt für mich die Streckenmarkierung. Hier würde ich mir für die nächste Ausgabe an entscheidenden Abzweigungen eine eindeutigere Wegführung wünschen, notfalls durch zusätzliche Helfer*innen.
Würde ich trotzdem wieder starten? Auf jeden Fall! Die Strecke ist einfach zu schön, um sie nicht noch einmal zu laufen.
Und unabhängig vom Rennen? Die Lenzerheide ist definitiv immer einen Besuch wert. Wir waren nicht zum ersten und ganz sicher auch nicht zum letzten Mal dort. Es gibt noch so viele Trails, Gipfel und schöne Ecken zu entdecken. Die Laufstrecke rüber nach Arosa steht jedenfalls schon ziemlich weit oben auf meiner Liste.

Bilder:
Julia Topp und Stefan Tiedtke
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