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Wettkampfberichte

GaPa Everesting Festival: 18 Runden und ganz viel Teamgeist

Der Artikel „GaPa Everesting Festival: 18 Runden und ganz viel Teamgeist“ enthält unbezahlte Werbung.

Als ich vor ein paar Wochen über das neue GaPa Everesting Festival berichtet habe, war ich vor allem neugierig: Funktioniert dieses Konzept wirklich? Wie motiviert sind die Teilnehmer*innen, immer wieder denselben Berg hochzulaufen, Gondel runter, wieder hoch, Tag und Nacht? Wie gut ist die Stimmung, wenn die Beine schwer werden und jeder Höhenmeter sticht? Nach 15 Stunden am Eckbauer kann ich sagen: Ja, die Premiere hat funktioniert. Und zwar besser, als ich erwartet hätte.

Das erste GaPa Everesting Festival in Garmisch-Partenkirchen war weniger ein klassischer Wettkampf und viel mehr ein ziemlich besonderes Trailrunning-Wochenende mit richtig guter Stimmung, vielen Gesprächen und erstaunlich viel Teamgeist.

Unser Team: immer zwei Runden, dann Wechsel

Wir sind als 3er-Team gestartet: Ich als Startläuferin, danach Martina und dann Nikolai. Immer jeweils zwei Runden am Stück, dann Wechsel. Insgesamt also 18 Runden und sechs pro Person.

Meine erste Runde war direkt die schlimmste. Das ist bei mir allerdings nichts Neues. Ich brauche bei Rennen oft einige Kilometer, bis ich wirklich drin bin. Die Beine fühlen sich erst komisch an, die Atmung passt noch nicht richtig und ich frage mich kurz, warum ich so was freiwillig mache. Gerade bei dieser ersten Runde war es besonders schön, Anna an meiner Seite zu haben, der Startläuferin vom Team LaMunt.

Runde drei und vier liefen dann deutlich besser, auch wenn ich »allein« auf die Strecke ging. Die letzten beiden Runden des GaPa Everesting Festival waren sogar am besten. Gerade auf der allerletzten Runde war die Stimmung besonders schön. Die Sonne ging langsam unter, der Himmel wurde orange und rosa und plötzlich waren trotz schwerer Beine noch einmal richtig Motivation und Energie da. Alles raushauen fürs Team, bevor ich den Transponder ein letztes Mal übergeben durfte.

Für Martina waren vor allem Runde drei und vier die härtesten. Da wurde es langsam richtig zäh. Umso beeindruckender war es, wie stark sie ihre letzten beiden Etappen in der Dunkelheit gelaufen ist. Wahrscheinlich lag es am Bananenbrot, das wir in uns reingestopft hatten. An dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an Martinas Eltern, die uns ihr Wohnmobil für das GaPa Everesting Festival geliehen haben.

Und Nikolai hat sowieso komplett abgeliefert. Er ist seit Beginn Teil der Run Beat Community und definitiv einer der fleißigsten Läufer bei unseren Höhenmeter-Specials. Trotzdem war das Wochenende auch für ihn heftig: Nach einer Nachtschicht und extrem wenig Schlaf machte er sich schon gegen vier Uhr morgens auf den Weg nach Garmisch – und zog danach trotzdem konstant alle sechs Runden durch.

Gondelfahren, stille Momente und sehr viele nette Leute

Was mir vom GaPa Everesting Festival wahrscheinlich am meisten im Kopf bleiben wird, sind die Gondelfahrten. Mal wurde viel geredet, mal saßen alle einfach still nebeneinander. Zwischen meiner Runde sechs und sieben hatte ich so eine ruhige Gondelfahrt. Alle waren müde, versuchten kurz Kräfte zu sammeln, aber trotzdem wurde gelächelt, sich gegenseitig Glück gewünscht oder unten im Tal noch einmal motivierend zugenickt.

Zwischen meinen Runden 1 und 2 wurde die Gondel kurz zur Sauna: Sechs Frauen, die alles gegeben hatten, heizten die Gondel ordentlich auf. Auch mit bester Stimmung und lautem Lachen. Definitiv die Partygondel des Events.

Dazu kamen weitere lustige Begegnungen. Kinder von Wanderern fragten begeistert, was wir da eigentlich machen und warum man freiwillig immer wieder denselben Berg hochläuft. Das habe ich mich zwischendurch auch mal gefragt … Eine Läuferin hat während der Gondelfahrt sogar einen Arbeitscall angenommen – vermutlich einer der ungewöhnlichsten Orte für ein Meeting.

Mehr Festival als Wettkampf

Auch unten im Tal war die Stimmung die ganze Zeit richtig gut. Immer wieder wurde getanzt, Musik lief, Leute feuerten die Läufer*innen an, und gerade bei den Teamwechseln entstand Festival-Stimmung. Man hat einfach gemerkt, dass viele Menschen dort waren, die Trailrunning wirklich lieben.

Das passt auch zu dem, was das PLAN-B-Team nach dem Rennen geschrieben hat: Dieses Event sollte familiär sein, und genau das hat man gespürt. Egal ob schnelle Profiatlet*innen, Solisten, Staffelteams oder Wander*innen – am Eckbauer waren alle Teil derselben Bergsport-Bubble.

Wenn Ida Sofie Hegemann an dir vorbeifliegt

Ein Highlight hatte ich auf meiner sechsten Runde: Plötzlich wurde ich von Ida-Sophie Hegemann überholt.

Und jedes Mal denke ich wieder dasselbe: Wie kann jemand so leicht aussehen beim Bergauflaufen? Während ich mich Schritt für Schritt nach oben gearbeitet habe, lief sie gefühlt gazellengleich den Berg hoch. Wirklich faszinierend anzusehen. Übrigens hat sie zusammen mit ihrem Bruder die Mixed-2er-Teamwertung gewonnen.

Kartoffeln, Chili sin Carne und improvisiertes Mittagessen

Die Verpflegung beim GaPa Everesting Festival war insgesamt wirklich gut – vor allem, wenn man bedenkt, wie lange das Event ging.

Besonders gefeiert habe ich die heißen Kartoffeln mit Salz. Dazu gab es einen Kräuterjoghurt, allerdings nicht vegan. Die Tortellini mittags waren ebenfalls nicht vegan, aber das Orga-Team war super unkompliziert. Damit ich trotzdem etwas Warmes im Bauch hatte, habe ich mir einfach heiße Gemüsebrühe über den Kartoffelsalat gießen lassen.

Dazu gab es viele vegane Snacks, unter anderem richtig gutes Bananenbrot von Glow Kitchen und Riegel von Tzampas. Mein persönliches Highlight blieb trotzdem das Chili sin Carne um Mitternacht. Der Becher Chili hat auf der allerletzten Gondelfahrt mit der Medaille um den Hals besonders gut geschmeckt.

00:15 Uhr – endlich im Ziel

Kurz nach Mitternacht war es dann geschafft: 00:15 Uhr – wir waren im Ziel.

Martina und ich haben die letzten Meter auf Nikolai gewartet, damit wir gemeinsam durchs Ziel laufen konnten. Nach all den Stunden am Eckbauer war genau das irgendwie der perfekte Abschluss. Gemeinsam jubeln, erschöpft grinsen und sich endlich die Medaille umhängen lassen.

Equipment: Danke vor allem an Silva Sweden

Ein großes Dankeschön geht auch an Silva für den Equipment-Support. Wir waren mit den neuen Strive-Westen auf der Strecke und der leichten Seek 450 auf der Strecke. Die Lampe war perfekt für die Fortwege bergauf. Für klassische Trailrunning-Rennen, bei denen besonders im Downhill die Strecke optimal ausgeleuchtet sein muss, würde ich die Free 900 S empfehlen. Besonders gespannt bin ich auf die neuen Carbonstöcke. Die sind allerdings noch so neu, dass sie es leider nicht rechtzeitig nach Garmisch geschafft haben.

Ich habe das Rennen auch genutzt, um weiteres Material zu testen. Etwa den Ultra Glide 4 von Salomon, den ich bereits am Eckbauer gelaufen bin und für sportega.de getestet habe. Für die ersten Etappen habe ich den neuen Speedcross 7 von Hoka getragen.

Beide Schuhe habe ich mit den von Sidas auf meinen Fuß angepassten Trailrunning-Einlagen getragen. Einen ausführlichen Artikel, warum Trailrunning-Einlagen so wichtig sind, auch in der Kombination mit den richtigen Socken, und wie genau sie angepasst werden, veröffentliche ich bald hier auf dem Blog.

An der Frau waren außerdem die neue Running-Kollektion von H&M Move und Fuzz Fleece von Satisfy x Polartec. Da ich sehr auf Sonnenschutz achte, habe ich auf den ersten Etappen, als die Sonne voll schien, das von Shadow Shirt mit Lichtschutzfaktor von The North Face getragen.

Würde ich wieder teilnehmen?

Ja. Definitiv. Ob solo oder wieder im Team, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Denn gerade das Teamformat hat unglaublich viel Spaß gemacht.

Was PLAN B mit dem ersten GaPa Everesting Festival auf die Beine gestellt hat, war wirklich super. Gerade nachdem sie den ZUT und die Transalpine an UTMB verkauft haben, haben sie für mich noch einmal bewiesen, dass sie zu den besten Veranstaltern im Trailrunning gehören – vor allem, weil man einfach merkt, wie sehr sie diesen Sport lieben. Und genau das hat man an diesem Wochenende überall gespürt.

Wer Lust auf eine etwas andere Trailrunning-Herausforderung hat, sollte sich das Event definitiv anschauen. Da die Teilnehmerzahl auf maximal 300 Starter*innen begrenzt sein wird, dürften die Plätze nächstes Jahr wahrscheinlich ziemlich schnell weg sein. Hier findest du zudem einen Guide, um dich für Höhenmeter auf Trailruns fit zu machen.

Hier findest du noch mehr Impressionen vom GaPa Everesting Festival.

Bilder:
Julia Topp und Plan B / www.everesting-festival.com

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