Der Artikel „Terra Raetica Trails 2026 – Mein Erfahrungsbericht“ enthält unbezahlte Werbung.
Die Terra Raetica Trails 2026 sind vorbei. In meinem Erfahrungsbericht nehme ich dich mit durch fünf Tage, fünf Etappen und drei Länder – und was ich direkt zu Beginn sagen kann: Jeder Tag war ein Erlebnis, jeder Trail hatte seinen eigenen Charakter und die gesamte Woche fühlte sich an wie ein großes Wiedersehen unter Freunden.
In einer Zeit, in der immer mehr Laufevents größer, schneller und kommerzieller werden, erinnern die Terra Raetica Trails daran, worum es beim Trailrunning eigentlich geht. Hier stehen nicht Rekorde oder spektakuläre Startfelder im Mittelpunkt. Stattdessen geht es um Gemeinschaft statt Ellbogen, um Leidenschaft statt Profit und um Veranstalter, die ihr Herzblut in jeden einzelnen Kilometer stecken. Faire Startgebühren, persönliche Begegnungen und das ehrliche Interesse daran, den Läuferinnen und Läufern ein unvergessliches Erlebnis zu schenken, machen den Unterschied.
Genau solche Veranstaltungen sind heute wichtiger denn je. Sie halten die Werte lebendig, mit denen viele von uns zum Trailrunning gekommen sind: Natur erleben, gemeinsam unterwegs sein, sich gegenseitig unterstützen und mit einem breiten Lächeln nach Hause fahren. Große internationale Rennen haben ohne Frage ihren Reiz. Doch oft sind es die kleinen, familiären Events, die die schönsten Erinnerungen schaffen und das Gefühl vermitteln, wirklich Teil einer Community zu sein.
Warum die Terra Raetica Trails genau so ein Event sind und weshalb ich überzeugt bin, dass wir alle häufiger kleine Trailrunning-Veranstaltungen unterstützen sollten, davon erzähle ich in diesem Beitrag.
Alle Strecken, Höhenmeter und Infos zu den einzelnen Etappen findest du auch in meinem ausführlichen Guide zu den Terra Raetica Trails 2026.
Die Anreise zu Terra Raetica Trails
Eigentlich wollte ich dieses Jahr wieder mit den Öffentlichen fahren, da es im letzten Jahr so wunderbar geklappt hat. Leider konnten meine Hotels keine komplette vegane Ernährung anbieten, weswegen ich einige Lebensmittel mitnehmen musste. Dadurch wurde meine Reisetasche zu schwer und ich hatte zudem eine Kühltasche dabei. Wir haben uns dann zu einer Fahrgemeinschaft zusammengeschlossen und sind mit dem Auto gefahren. Zu zweit hin und zu dritt zurück. Wenigstens ein wenig umweltfreundlicher als allein zu fahren.

Hier findest du Informationen zu meiner Anreise mit Bahn und Bus aus dem Jahre 2025.
Hier findest du mehr Informationen zum Green Event Tirol.
Hallo Kaunertal.
Angekommen im Kaunertal, musste ich natürlich erst einmal die Beine bewegen. Also Laufschuhe an und raus zu einem kleinen 5-Kilometer-Shake-out-Run. Von meiner Unterkunft, den Apartments Himmelreich, war ich ruckzuck auf dem Forstweg und lief bei leichtem Nieselregen an der Fagge entlang, parallel zur Kaunertaler Gletscherstraße. Ein Stück davon gehörte auch zur Strecke von Etappe 1 – perfekt also, um schon einmal ein bisschen Race-Luft zu schnuppern.
Wobei die Stimmung im Tal an diesem Montag eine ziemlich besondere war. Gerade einmal einen Tag zuvor waren nach heftigem Starkregen gleich drei Muren auf die Kaunertaler Gletscherstraße abgegangen. Teile der Straße waren weggerissen worden und im hinteren Tal saßen Hunderte Menschen fest. Genau an meinem Anreisetag wurden schließlich rund 250 Gäste mit Hubschraubern ausgeflogen.
Ich habe selbst einen Heli über dem Tal fliegen sehen und natürlich die Daumen gedrückt, dass niemandem etwas passiert war. Zum Glück kam später die Nachricht: keine Verletzten, keine Vermissten. Trotzdem war das schon ein ziemlich seltsames Gefühl. Ich war gerade angekommen, freute mich auf fünf Tage Trailrunning – und gleichzeitig wurde einem sehr deutlich vor Augen geführt, wie schnell die Berge ihre ganz andere Seite zeigen können.


Am Abend ging es erst einmal nach Feichten ins Quellalpin. Startunterlagen holen, bekannte Gesichter treffen, quatschen, Vorfreude. Ich liebe diesen Moment vor solchen Rennen einfach. Überall Menschen mit Laufschuhen, Rucksäcken und viel zu viel Zeug im Auto. Trailrunning-Community eben. Lieb ich.
Und natürlich musste noch ordentlich gegessen werden. Für mich gab es Nudeln mit Tomatensoße und Gemüse – nicht wahnsinnig spektakulär, aber vor dem ersten Renntag ehrlich gesagt ziemlich perfekt. Noch perfekter wurden sie allerdings durch mein Päckchen Cashew-Parmesan, das ich vorsichtshalber von zu Hause mitgebracht hatte. Solche Dinge lernt man als Veganerin irgendwann: Wenn du weißt, dass es unterwegs vielleicht eher bei „Nudeln mit irgendwas“ bleibt, bringst du dir einfach dein eigenes Upgrade mit. Cashew-Parmesan macht wirklich fast alles besser.
Dann hieß es irgendwann: Sachen für den Morgen richten, Wecker stellen und versuchen, zu schlafen. Denn am nächsten Morgen ging es los.
Die 5 Etappen der Terra Raetica Trails 2026 im Überblick
Fünf Tage, fünf unterschiedliche Trailrunning-Strecken und drei Länder: Bei den Terra Raetica Trails geht es jeden Tag in einer anderen Region auf die Trails.
| Etappe | Region | Distanz | Höhenmeter |
|---|---|---|---|
| Etappe 1 | Kaunertal, Österreich | 17,1 km | ↑↓ 1.099 hm |
| Etappe 2 | Pfunds / Tiroler Oberland, Österreich | 21,23 km | ↑↓ 1.120 hm |
| Etappe 3 | Samnaun, Schweiz | 14,57 km | ↑↓ 1.236 hm |
| Etappe 4 | Nauders, Österreich | 26,35 km | ↑↓ 1.614 hm |
| Etappe 5 | Reschensee, Italien | 18,24 km | ↑ 1.736 hm / ↓ 1.122 hm |
Gesamtdistanz 2026: 97,49 km
Höhenmeter im Aufstieg: rund 6.805 hm
Hinweis: Die zweite Etappe wurde 2026 aufgrund der angekündigten Gewitter und starken Regenfälle kurzfristig angepasst und um etwa fünf Kilometer verkürzt. Die Angaben in der Tabelle entsprechen deshalb den Strecken, die wir tatsächlich gelaufen sind.
Hitze im Kaunertal, trotz frühem Start | Etappe 1
Am Vorabend hatte es kräftig geregnet – und auch während der Nacht prasselte der Regen immer wieder herunter. Am nächsten Morgen zeigte sich das Wetter jedoch von seiner schönsten Seite: Über dem Kaunertal spannte sich ein blauer Himmel, an dem nur wenige Wolken zu sehen waren. Aufgrund der weiterhin angekündigten Gewitter wurde der Start trotzdem vorsorglich um eine Stunde vorverlegt. Eine absolut richtige Entscheidung, denn die Sicherheit geht in den Bergen immer vor.
Auch mit Blick auf die Temperaturen erwies sich der frühere Start als echter Vorteil. Trotz der frühen Uhrzeit war es bereits erstaunlich warm, im Wald aber immerhin noch nicht ganz so heiß und dampfig. Später, als wir den offenen Höhenweg erreichten, war ich besonders froh über die zusätzliche Stunde am Morgen. Dort oben gibt es kaum Bäume und praktisch keinen Schatten. Die Sonne schien bereits sehr kräftig und je länger wir unterwegs waren, desto deutlicher wurde, wie heiß es auf diesen ungeschützten Passagen noch werden konnte.
Läuferisch lief es für mich in diesem Jahr von Anfang an deutlich besser. Vor allem im Downhill durch den Wald war ich schneller und sicherer unterwegs als bei meiner ersten Teilnahme. Auch das letzte Stück unten im Tal, das mir im vergangenen Jahr noch ziemlich schwergefallen war, konnte ich dieses Mal viel mehr genießen. Vermutlich lag es an der gesamten Situation: Es war nicht ganz so heiß, ich fühlte mich von Beginn an gut und kannte den Trail bereits. Dadurch wusste ich genau, welche Anstiege und Passagen noch vor mir lagen, und konnte meine Kräfte entsprechend einteilen.



Aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres hatte ich außerdem gelernt und eine zusätzliche Flask mitgenommen. Da es auf der Strecke nur eine Verpflegungsstation gab, fühlte ich mich mit etwas mehr Flüssigkeit deutlich besser vorbereitet.
Wie schon im vergangenen Jahr war diese Etappe ein wunderschöner Auftakt, der einfach unglaublich viel Spaß gemacht hat. Der abwechslungsreiche Trail, die großartigen Ausblicke auf den Kaunertaler Gletscher und das fantastische Bergpanorama machen die Strecke für mich zu einer echten Premium-Etappe – und zum perfekten Start in die Terra Raetica Trails.
ETAPPE 1, Kaunertal, Österreich in Zahlen:
17,1 km – ↑↓ 1.099 hm
Hier geht’s zum Instagram-Reel der Etappe 1 mit noch mehr Einblicken.
Wie ich mich zwischen den einzelnen Etappen erhole und warum eine Recovery-Routine für Mehrtagesrennen so wichtig ist, fasse ich dir in einem eigenen Artikel ausführlich zusammen:
> Regeneration nach einem Etappenrennen – Meine Recovery-Routine für Trailrunning-Mehrtagesrennen
BALD HIER AUF DEM BLOG!
Tiroler Oberland – Ponys, Gewitter und Vollgas ins Ziel | Etappe 2
Die zweite Etappe startete in Pfunds im Tiroler Oberland und war für mich komplettes Neuland. Auch an diesem Tag waren für den späteren Tagesverlauf heftiger Regen und Gewitter angekündigt, weshalb der Start erneut um eine Stunde vorverlegt wurde. Am Morgen deutete allerdings noch nichts auf den bevorstehenden Wetterumschwung hin: Blauer Himmel und Sonnenschein sorgten für traumhafte Bedingungen zum Start.
Aufgrund der Unwetterwarnung musste die ursprünglich geplante Strecke trotzdem angepasst und um etwa fünf Kilometer verkürzt werden. Vor allem die Passage durch die Klamm wäre bei Gewitter und starkem Regen zu gefährlich gewesen. Die Sicherheit hatte natürlich Vorrang, auch wenn die Ersatzstrecke dadurch größtenteils über Forstwege und relativ viel Asphalt führte. Einen echten Gipfel gab es an diesem Tag ebenfalls nicht.


Ich schloss mich mit Anna Peerman zusammen und wir liefen die gesamte Etappe gemeinsam. Vor allem im Uphill konnten wir uns wunderbar unterhalten und hatten von Anfang an richtig viel Spaß. Das unbestrittene Highlight wartete direkt auf der Strecke: einige unglaublich süße Ponys. Bei ihrem Anblick quietschten wir beide vor Freude – solche Begegnungen machen einen Trail für mich mindestens genauso besonders wie jedes Gipfelpanorama.
Kurz vor dem höchsten Punkt begann es schließlich zu regnen. Als wir wieder auf dem Forstweg angekommen waren, zog auch das Gewitter auf. Also machten wir uns möglichst schnell auf den Weg nach unten. Lachend und singend rannten wir dem Ziel entgegen – und übertrieben es dabei im Nachhinein betrachtet vielleicht ein wenig mit der Geschwindigkeit. Wir ballerten den Forstweg wirklich ordentlich hinunter, weil wir weder im starken Regen noch im Gewitter länger als nötig unterwegs sein wollten.
Unser Plan ging auf: Wir erreichten schnell und gut gelaunt das Ziel. Anschließend gönnten wir uns bei den Outdoor-Physios noch eine ausgiebige Behandlung und ließen unsere Beine ordentlich durchkneten. Das tat nach dem rasanten Downhill unglaublich gut.



ETAPPE 2, Pfunds, Tiroler Oberland, Österreich in Zahlen:
21,23 km – ↑↓ 1.120 hm
Hier geht’s zum Instagram-Reel der Etappe 2 inklusive Ponys.
Traumhafte Trails und bunte Almwiesen in Samnaun | Etappe 3
Auf die dritte Etappe in der Schweiz hatte ich mich ganz besonders gefreut. Im vergangenen Jahr musste ich sie nach meinem kleinen Unfall auslassen – und seitdem hatte ich immer wieder gehört, wie unfassbar schön diese Strecke sein soll. Entsprechend groß waren meine Vorfreude und meine Neugier. Und so viel kann ich vorwegnehmen: Die vielen begeisterten Erzählungen hatten keineswegs zu viel versprochen.
Bevor es auf die Trails ging, sorgte das Hotel Chasa Castella in Samnaun bereits für einen wunderbaren Start in den Tag. Das Team hatte sich unglaublich lieb um mein veganes Frühstück gekümmert und extra veganen Joghurt, pflanzlichen Aufschnitt und veganen Käse besorgt. Alle waren so bemüht, dass ich mich wirklich willkommen und bestens versorgt fühlte. Diese Aufmerksamkeit ist keineswegs selbstverständlich und hat mich sehr gefreut!
Der Einstieg in die Etappe fiel mir allerdings schwerer als erwartet. Den rasanten Downhill vom Vortag spürte ich noch deutlich in den Beinen und musste mich zu Beginn bewusst bremsen. Erst nach und nach fand ich meinen Rhythmus und konnte die Strecke richtig genießen.
Der lange Uphill zum höchsten Punkt war für mich eines der großen Highlights. Der Blick in das wunderschöne Tal und die umliegende Schweizer Bergwelt war einfach atemberaubend. Genau für solche Momente liebe ich das Trailrunning: Man arbeitet sich Schritt für Schritt nach oben und wird mit einer Landschaft belohnt, die einen die Anstrengung fast vergessen lässt.




Im ersten Downhill waren meine Beine dann plötzlich wieder voll da. Die Abfahrt machte unglaublich viel Spaß und ich konnte zahlreiche Läuferinnen und Läufer überholen. Der zweite Anstieg fühlte sich anschließend deutlich weniger locker an. Die Kraft ließ langsam nach und ich musste noch einmal ordentlich arbeiten. Den letzten Downhill brachte ich deshalb etwas entspannter und kontrollierter zu Ende.
Insgesamt war es eine wunderschöne, abwechslungsreiche Strecke – und vielleicht sogar meine neue Lieblingsetappe der Terra Raetica Trails. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die weitläufigen Almwiesen mit ihren unzähligen bunten Blumen. Diese Farben, die Bergkulisse und die abwechslungsreichen Trails machten den Tag zu einem ganz besonderen Erlebnis. Im Nachhinein bin ich umso glücklicher, dass ich die im vergangenen Jahr verpasste Etappe dieses Mal endlich selbst erleben durfte.



ETAPPE 3, Samnaun, Schweiz in Zahlen:
14,57 km – ↑↓ 1.236 hm
Hier geht’s zum Instagram-Reel der Etappe 3 in Samnaun.
Downhills und lange Traversen in Nauders | Etappe 4
Die vierte Etappe war im vergangenen Jahr meine Lieblingsstrecke gewesen. Dieses Mal wusste ich deshalb ganz genau, was mich erwartete – und freute mich schon lange vor dem Start darauf. Die Strecke ist unglaublich abwechslungsreich und bietet alles, was für mich einen richtig guten Trail ausmacht: fordernde Uphills, aussichtsreiche Traversen, schnelle Downhills und viele spannende Abschnitte, die sich landschaftlich und technisch immer wieder verändern.



Ein erstes Highlight erwartete mich bereits am ersten Gipfel. Dort entdeckte ich erneut das wunderschöne Edelweiß, über das ich mich ganz besonders freute. Zusammen mit den großartigen Aussichten auf die umliegende Bergwelt war das einer dieser kleinen Momente, für die sich jeder anstrengende Höhenmeter lohnt.
Am meisten Spaß machte mir allerdings der erste Downhill zur Verpflegungsstation. Schon auf der dritten Etappe war ich bergab richtig gut unterwegs gewesen, doch diese Abfahrt setzte noch einmal einen drauf. Ich konnte sehr viele Läuferinnen und Läufer überholen und einige erschraken ein wenig, als ich von hinten angeflogen kam. Ich hatte unglaublich viel Freude daran, den Trail hinunterzuballern. In solchen Momenten fühlt sich das Laufen fast mühelos an und ich bin einfach nur im Flow.
Die anschließende Traverse zog sich für mich dann etwas länger als erwartet. Gegen Ende der Etappe fehlte mir schließlich die Kraft, um noch einmal so schnell in Richtung Ziel zu laufen, wie ich es eigentlich geplant hatte. Mein selbst gestecktes Ziel von unter viereinhalb Stunden verfehlte ich dadurch ganz knapp.
Das war im Ziel natürlich ein wenig schade, konnte meine Begeisterung für die Etappe aber nicht trüben. Die abwechslungsreiche Strecke, das Edelweiß, die wunderschönen Aussichten und vor allem der rasante erste Downhill machten das Rennen erneut zu einem echten Highlight. Auch beim zweiten Mal hatte ich hier wieder unglaublich viel Spaß.



ETAPPE 4, Nauders, Österreich in Zahlen:
26,35 km – ↑↓ 1.614 hm
Hier geht’s zum Instagram-Reel der Etappe 4.
Finale am Reschensee mit tierischer Begleitung | Etappe 5
An die fünfte Etappe hatte ich aus dem vergangenen Jahr nicht nur gute Erinnerungen. Damals war sie mir mit Abstand am schwersten gefallen. Ich stolperte immer wieder, war völlig unkonzentriert und wusste selbst nicht so recht, was mit mir los war. Deshalb hatte ich vor dem letzten Renntag dieses Mal tatsächlich ein klein wenig Respekt – und vielleicht sogar ein bisschen Angst davor, dass es mir wieder ähnlich ergehen könnte.
Doch bereits auf den ersten Kilometern wurde klar, dass dieser Tag anders laufen würde. Der Uphill durch den Wald machte richtig Spaß und ich fühlte mich deutlich sicherer als im Vorjahr. Auch die Traverse nach der ersten Verpflegungsstation und der anschließende Weg hinunter zur zweiten Station liefen richtig gut.


Dort wartete eine Begegnung, die diese Etappe für mich unvergesslich machte: Eine kleine Ziege schloss sich mir an und begleitete mich ein erstaunlich langes Stück. Fast von der Verpflegungsstation bis hinauf zum Gipfel war sie an meiner Seite und zeigte mir dabei eindrucksvoll, was eine echte Mountain Goat ausmacht. Wie mühelos sie sich durch das alpine Gelände bewegte, war nicht nur beeindruckend, sondern auch unglaublich niedlich.
Unterwegs kamen wir sogar an zwei kleinen Schneefeldern vorbei. Weil es an diesem Tag sehr warm war und die Sonne kräftig vom Himmel schien, musste ich die Gelegenheit natürlich nutzen: Ich legte mich direkt in den Schnee und machte einen kleinen Schnee-Engel. Nach dem obligatorischen Gipfelfoto ging es schließlich weiter in den Downhill.
Auch die Abfahrt machte dieses Mal richtig viel Spaß. Ich konnte erneut einige Läuferinnen und Läufer einsammeln und lief mit einem ganz anderen Gefühl bergab als noch im vergangenen Jahr. Auf dem letzten Kilometer gab ich noch einmal alles, um die Vier-Stunden-Marke zu knacken. Trotz meines Endspurts verfehlte ich sie um eine knappe Minute. Kurz ärgerlich – aber an diesem Tag wirklich nebensächlich.
Im Ziel durfte ich endlich mein Geschenk für alle fünf absolvierten Etappen entgegennehmen: eine schöne Pflanze aus der Region. Nach dieser Woche, meiner erfolgreichen Revanche mit der fünften Etappe und fünf erlebnisreichen Renntagen gab es für mich nur noch eine passende Reaktion: ein kleines Zieltänzchen voller Freude.


ETAPPE 5 Reschensee, Italien in Zahlen:
18,24 km – ↑ 1.736 hm – ↓ 1.122 hm
Hier geht’s zum Instagram-Reel der Etappe 5.
FAQ – Terra Raetica Trails
Sind die Terra Raetica Trails für Einsteiger geeignet?
Ja. Die Terra Raetica Trails sind aus meiner Sicht ein idealer Einstieg in die Welt der Trailrunning-Etappenrennen. Die Etappen sind mit maximal rund 26 Kilometern und moderaten Höhenmetern gut machbar und deutlich kürzer als viele andere Mehrtagesrennen in den Alpen. Besonders praktisch ist das flexible Konzept: Du musst nicht alle fünf Etappen laufen, sondern kannst auch nur drei buchen oder – wie ich – nach einer Pause wieder ins Rennen einsteigen. Das macht die Terra Raetica Trails sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Trailrunner interessant.
Kann man auch nur einzelne Etappen laufen?
Ja. Die Terra Raetica Trails sind bewusst flexibel aufgebaut. Du kannst das komplette Etappenrennen absolvieren oder nur einzelne Etappen bzw. mehrere ausgewählte Tage buchen – ganz so, wie es zu deinem Trainingsstand und deinem Zeitplan passt.
Wie anspruchsvoll sind die Trails?
Die Etappen bieten eine abwechslungsreiche Mischung aus Forstwegen, Singletrails, technischen Downhills und Panoramawegen. Einige Passagen verlangen Trittsicherheit, insgesamt sind die Strecken aber gut machbar. Eine Ausnahme ist der Gipfelanstieg am Reschensee: Hier ist an einigen Stellen leichtes Kraxeln erforderlich und die Höhenlage kann dem einen oder der anderen zusätzlich zu schaffen machen.
Was kosten die Etappen?
Auch bei den Startgebühren zeigt sich das faire Konzept der Veranstaltung: Wer früh bucht, zahlt für alle fünf Etappen 130 Euro, danach steigt der Preis auf 156 Euro, 182 Euro bis zum Meldeschluss und 195 Euro bei einer Nachmeldung vor Ort. Möchtest du nur eine einzelne Etappe laufen, kostet diese 59 Euro bis zum Meldeschluss bzw. 75 Euro bei einer Nachmeldung.
Gibt es ITRA-Punkte oder einen UTMB Index?
Die Terra Raetica Trails sind Mitglied der ITRA (International Trail Running Association). Wer alle fünf Etappen erfolgreich absolviert, erhält 3 ITRA-Punkte. Für einzelne Etappen werden keine ITRA-Punkte vergeben. Eine UTMB-Index-Wertung gibt es bei den Terra Raetica Trails nicht. Das Etappenrennen ist nicht als UTMB Index Race registriert und zählt daher nicht für den UTMB Index.

Mein Fazit zu den Terra Raetica Trails 2026
Die Terra Raetica Trails waren für mich weit mehr als eine Woche voller schöner Strecken und beeindruckender Berglandschaften. Sie haben gezeigt, dass Trailrunning nicht immer größer, spektakulärer oder teurer werden muss, um unvergesslich zu sein.
Gerade die kleinen Veranstaltungen sind es, die den ursprünglichen Geist unseres Sports bewahren. Sie schaffen Begegnungen statt Anonymität, Gemeinschaft statt Konkurrenzdenken und Erlebnisse, die lange nach dem Zieleinlauf bleiben. Hinter ihnen stehen Menschen, die mit Leidenschaft organisieren, unzählige Stunden investieren und eine Atmosphäre schaffen, die man bei vielen Großevents vergeblich sucht.
Natürlich dürfen die großen internationalen Rennen existieren – sie inspirieren, setzen sportliche Maßstäbe und lassen Träume wachsen. Doch wenn wir möchten, dass Trailrunning auch in Zukunft authentisch, nahbar und vielfältig bleibt, brauchen wir vor allem die kleinen Events. Sie sind das Fundament unserer Community. Wer sich bewusst für solche Veranstaltungen entscheidet, unterstützt nicht nur engagierte Organisatorinnen und Organisatoren, sondern investiert auch in die Zukunft unseres Sports.
Für mich steht deshalb fest: Die schönsten Trailrunning-Erlebnisse entstehen nicht zwangsläufig dort, wo die meisten Menschen am Start stehen. Sondern dort, wo man im Ziel mit Namen begrüßt wird, gemeinsam lacht und das Gefühl hat, unter Freunden unterwegs gewesen zu sein. Genau das sind die Terra Raetica Trails. Und genau deshalb werde ich ganz sicher wiederkommen.
Die Anmeldung für die TERRA RAETICA TRAILS 2027 hat seit dem 10.09. geöffnet. Hier kannst du dich für dein Etappenabenteuer anmelden.
Es gibt übrigens eine Neuerung für Etappen-Rennen-Einsteiger*innen: Neben den Classic-Strecken mit 15–27 km & 1100–1700 hm gibt es nun die Shortcut-Strecken mit 12–20 km & 900–1100 hm.
Würde ich 2027 wieder teilnehmen?
Ja, und noch einmal ja. Nachdem auch das Feedback aus der SOYL‑Community so positiv war, werden wir bestimmt mit einer kleinen Reisegruppe zu den Terra Raetica Trails 2027 aufbrechen. Aller guten Dinge sind schließlich drei, oder …?

Bilder:
Julia Topp
Terra Raetica Trails x Joshua Gutwald
Manuela Ditzinger


No Comments